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05.04.2016

Projektland Argentinien: Camila und Pichu haben es auf die weiterführende Schule geschafft

Das Kinderhilfswerk Dritte Welt e.V. unterstützt in Buenos Aires mehrere Kindertagesstätten. Pichu und Camila, zwei Jugendliche des Tageszentrums „Arcángel Gabriel“ in Los Polvorines, erhalten dank eines Stipendiums der örtlichen Kirchengemeinde dieses Jahr die Möglichkeit, eine weiterführende Schule zu besuchen.

Die Tagesstätte im Norden des Großraums Buenos Aires bietet verschiedene Angebote für Kinder und Jugendliche von sechs bis 18 Jahren an. Es handelt sich dabei um eine vielseitige Betreuung: So werden kreative Workshops wie Töpfern, Mitarbeit in der eigenen Glaswerkstatt, Zeichnen, Basteln, Backen und kreatives Schreiben angeboten. Darüber hinaus engagieren sich die Jugendlichen regelmäßig in ihrem eigenen Radiosender „Somos del Barrio“ („Wir sind aus dem Viertel“). Auch in der Tagesstätte Arcángel Gabriel ist das Programm sehr vielseitig. Außerdem wird einmal in der Woche ein nahegelegener Sportklub gemietet, in dem die Jugendlichen Schwimmen und Ballsportarten praktizieren können.

Für die Dynamik unter den Kindern und Jugendlichen ist das tägliche gemeinsame Mittagessen sehr wichtig. Hier wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und eine familiäre Atmosphäre geschaffen. Da der Großteil der Kinder und Jugendlichen aus dem prekären Milieu im direkten Umkreis des Zentrums stammt, wird beispielsweise im Deutschunterricht der Fokus anders gelegt als bei Kindern mit weniger problematischem Hintergrund. Es ist zum Beispiel nicht so wichtig, dass die Jugendlichen unregelmäßige Verben auswendig lernen, sondern vielmehr spüren und verstehen, dass es mehr gibt, als das Leben in ihrem Umkreis. Es kann aufgezeigt werden, dass es sich lohnt, zur Schule zu gehen, indem die Jugendlichen ermutigt und gefordert werden. Oftmals reicht es schon nachzufragen, wie es in der Schule war, da das zum Teil zuhause niemand fragt.

Die Gründe dafür und die Schicksale der Kinder sind vielseitig, aber auch oftmals ähnlich. Da viele Kinder aus sozialschwachen Familien stammen, die schon über Generationen hinweg zum Beispiel durch ihre Arbeitslosigkeit in keinerlei Sozialgefüge eingegliedert wurden, hat sich das daraus resultierende Minderwertigkeitsgefühl der Eltern auf die Kinder übertragen. Demnach ist auch die Arbeit mit Familien ein wichtiger Ansatzpunkt, um den Kindern Zukunftsperspektiven zu ermöglichen.

Ferner wird versucht, die Ursachen der Probleme aufzuspüren und mit ihnen zu arbeiten. Als Beispiele sind physische und psychische Gewalt, Suchtverhalten etc. zu nennen. Insbesondere in Bezug auf Rauschgiftkonsum darf diese Gefahr nicht unterschätzt werden. So war vor einiger Zeit der Drogenkonsum einer Schülerin ein Grund dafür, dass sie das Vollstipendium, das sie vorher bekommen hatte, ablehnte. Allerdings kehrt diese ehemalige Schülerin hin und wieder immer noch in das Zentrum, ihrem Zufluchtsort, zurück.

Da oftmals der Rückhalt und helfende Hände von Seiten der Familie fehlen, wird im Zentrum versucht, Motivation, Lob und Geborgenheit zu vermitteln. So kam Pichu zum Beispiel am ersten Schultag ins Tageszentrum, weil es ihm wichtig war, dass die Mitarbeiter ihn in seiner neuen Schulkleidung sehen konnten. Die Verbindung zum Zentrum wird hoffentlich noch weiterhin bestehen, obwohl er das Zentrum unter der Woche nicht mehr besuchen kann, da er am Nachmittagsunterricht der Schule teilnimmt.

Die finanzielle Unterstützung der beiden Jugendlichen beinhaltet nicht nur die Übernahme der Schul-gebühren, sondern auch Unterstützung bei der Beschaffung des Unterrichtmaterials (Bücher, Schreib-utensilien etc.) und der Schuluniform. Dabei stehen die Mitarbeiter im Tageszentrum, sowohl Erzieher als auch Psychologen, tatkräftig und mit offenem Ohr zur Seite.

Den beiden Jugendlichen wäre es ohne die finanzielle Unterstützung niemals möglich, diese Schule zu besuchen. Durch diesen Besuch kann ihnen ein besseres Ausbildungsniveau ermöglicht werden. Obwohl beide Jugendlichen auch vorher schon zur Schule gegangen sind, haben sie aufgrund der großen Disparitäten des argentinischen Schulsystems zwischen öffentlich-staatlichen und privaten Schulen einen niedrigeren Lernstandard als die Schüler des „Instituto Evangélico Luis Siegel“. Das heißt, dass sich sowohl Camila als auch Pichu trotz ihres Vollstipendiums anstrengen müssen. Sie werden dabei intern in der Schule von Lehrenden und anderen Mitarbeitern unterstützt und extern im Tageszentrum von den dortigen Mitarbeitenden. Da eine enge Verbindung zwischen der Schule und dem Tageszentrum besteht, kann auch im Zentrum beispielsweise mit Nachhilfe unterstützt werden.

Für Pichu ist der Besuch dieser Schule außerdem eine sehr gute Möglichkeit, die deutsche Sprache zu erlernen, da es sich beim „Instituto Evangélico Luis Siegel“ um eine Schule mit integriertem Deutschunterricht handelt. Pichu plant nach seinem Schulabschluss einen einjährigen Freiwilligendienst in Deutschland zu absolvieren. Im Tageszentrum gibt es seit mehreren Jahren jeweils zwei Freiwillige des „Weltwärts“-Entwicklungsdienstes. Dieser Freiwilligendienst wurde durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) 2008 ins Leben gerufen und hat seitdem 20.000 Freiwillige in ausländischen Entwicklungsprojekten unterbringen können. Pichu hat das Beispiel der zwei Freiwilligen motiviert und möchte in eine neue Kultur und Mentalität eintauchen. Die jetzigen „Weltwärts“-Freiwilligen des Tageszentrums werden die Jugendlichen insbesondere beim Deutschunterricht unterstützen. Für Pichu heißt das, dass er seinem Plan näher kommt und die noch vorhandene Sprachbarriere langsam abgebaut werden kann.

Wir wünschen Pichu und Camila einen schönen Schulstart, viel Erfolg und Gottes Segen auf ihrem weiteren Weg!

Unterstützen Sie die Arbeit des Kinderhilfswerks Dritte Welt in diesen wertvollen Projekten in Argentinien, damit neben Pichu und Camila auch anderen Kindern und Jugendlichen die Chance geboten wird, ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen!

Von Daniela Blötz, Weltwärts-Freiwillige in Argentinien


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